ATELIER FÜR RESTAURIERUNGEN                                                                                

   

Für die Dauerausstellung in Schloss Fasanerie bei Fulda, wurde dieser Schrank aus Braunschweig restauriert.

 

 

 

1.           Provenienz des Braunschweiger Schrankes

 

Wie ausgeführt wurde der Schrank als einer von mindestens 10 Schränken für den Grauen Hof von Herzog August Wilhelm von Braunschweig/Wolfenbüttel angefertigt.

Nach dem Tode des Herzogs veranlasste der dritte Nachfolger August Wilhelms, Karl I., dass die Schränke in das neue herzogliche Kunst- und Naturalienkabinett, das ehemalige Paulinerkloster der Dominikaner gebracht wurden. Das herzogliche Kunst- und Naturalienkabinett wurde 1767 eröffnet. Schon 1765 erließ der Herzog, dass das Kabinett mit Kunstwerken aus dem Grauen Hof bestückt werden sollten.

Der Registrar der Sammlung erwähnt die Schränke in einem der 14 Sammlungskataloge.

1887 kamen einige der Schränke in das neu errichtete Herzog-Anton-Ulrich-Museum. Wie viele und welche der Schränke dies waren lässt sich nicht nachweisen.

Während des zweiten Weltkrieges wurden die Kunstgegenstände des Museums ausgelagert. Nach dem Krieg fanden vier der ursprünglich zehn Schränke ins Herzog-Anton-Ulrich-Museum zurück.

Der hier beschriebene Schrank wurde jedoch nach Angaben einer Zugangsliste des Braunschweiger Museums 1882 mit Kaiserin Friedrich gegen Porzellan getauscht.

Weiter wurde der Schrank Anfang des 20. Jahrhundert in das Kunst- und Gewerbemuseum zu Berlin gegeben. Hier wurde er auch auf einem Foto dokumentiert[1]

Seit den zweiten Weltkrieg gilt er als verschollen. 1896 hat jedoch Bode[2] dokumentiert, dass Kaiserin Friedrich bei Ihrem Umzug nach Kronberg einen Braunschweiger Schrank mitnahm. Nach der Abbildung handelt es sich hierbei um den von uns restaurierten Schrank. Dieser ist nach dem Tod von Kaiserin Friedrich an Ihre Tochter Landgräfin Anna

von Hessen vererbt worden und schließlich nach Schloss Fasanerie gekommen.

Somit muss Kaiserin Friedrich zwei Braunschweiger Schränke erworben haben oder der hier beschriebene kam auf einem anderen Weg zur Kaiserin.

 

Eine Restaurierungsmaßnahme erfuhr der Schrank in der Zeit, in der Kaiserin Friedrich noch Kronprinzessin war und in Friedrichskron residierte. Die gefunden Zeitungsteile, stammen von einer Berliner Zeitung, welche von einer Druckerei in der

Kommandantenstr. 7 in Berlin gedruckt wurde[3]. Laut Berliner Adressbuch von 1880, war es die Druckerei E. Gensch.

 

 



[1] Graul Richard, Das XVIII Jahrhundert, Mobiliar und Dekoration, Handbücher der königlichen Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Berlin 1905, Abb 72 S.125

[2] Bode, Willhelm, Die Kunstsammlungen Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Friedrich in Schloss Friedrichshof, Berlin 1896, S.36f

[3] Siehe Abbildung 53

   
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